Sonntag, 26. Juli 2015

Zahlen bitte

Und es begab sich, dass ich in diesem Jahr 50 Jahre alt wurde. Ein runder Geburtstag also, der für Viele ein noch überzeugenderer Grund ist, zu feiern. In einem größeren Stil als die Jahre zuvor.
Und wenn dann mal ein Gespräch auf dieses Thema kommt, ist mein Gegenüber recht verwirrt, wenn ich sage, dass ich nicht gefeiert habe. „Aber so etwas muss doch gefeiert werden“ ist dann die übliche Erwiderung.

Meine Geburtstage habe ich nie gefeiert, von denen, die meine Eltern als Kindergeburtstage organisierten mal abgesehen.

Wenn ich denn so gestrickt wäre, Geburtstage zu feiern, dann wäre es gewiss nicht der 50. gewesen; ich hätte dann zum 49. richtig einen drauf gemacht. Warum?

Die Zahl 50 ist ja eine eher langweilige Zahl, sie hat nicht das Potential besonderer Beachtung. Diagonal konträr dazu verhält es sich mit der 49. Diese Zahl ist eine wirklich spannende Zahl.

Was macht die 49 aus?

49 ist eine Quadratzahl. Sie ist das Produkt aus 7 mal 7. Und die 7 ist eine Primzahl. Für mich ist das beachtenswert, weil Primzahlen auf mich eine Faszination ausüben, die ich leider so gar nicht in Worte fassen kann.

49 setzt sich aus den Ziffern 4 und 9 zusammen, die ebenfalls Quadratzahlen sind: 2 mal 2 und 3 mal 3; dabei handelt es sich um die ersten beiden Primzahlen überhaupt. Ziehe ich von 9 2 ab, erhalte ich 7; addiere ich 4 und 3 erhalte ich auch wieder 7; quadriere ich 7, bin ich bei 49.

4 und 9 ergeben in der Summe 13, eine weitere Primzahl, die 6. Und dann bin ich bei 6 aus 49, ein sehr beliebtes Lottospiel hier in Deutschland.

Alle bisher aufgetauchten Primzahlen (2, 3, 7, 13) ergeben in der Summe 25. Wieder eine Quadratzahl, deren Wurzel 5 ist, die nächste Primzahl. Jetzt habe ich 5 Primzahlen und würde ich den Faktor 10 (2 mal 5, also wieder 2 Primzahlen) anwenden, gelangte ich zur 50.


So bin ich nun also von der spannenden Zahl 49 doch noch zur nicht so spektakulären Zahl 50 gelangt.

Ich weiß: +1 hätte es auch getan.

Samstag, 4. Juli 2015

Transformation
Ein Experiment

Spiritualität erschließt sich mir nicht. Kann, möchte ich das ändern? Und wenn ja, wie?

„Der Weise lebt still inmitten der Welt, sein Herz ist ein offener Raum.“ [1]

Jetzt begebe ich mich auf dünnes Eis und unternehme den Versuch, das Zitat mathematisch darzustellen.

Ich beginne mit der Eingrenzung / Definition der Begrifflichkeiten.

Der Weise: Ein Element der Menge Menschen.

Lebt: Etwas, das nur dadurch erkennbar wird, wenn mindestens 2 Zeitpunkte betrachtet werden und wenn das Objekt dazu jeweils verschieden Zustände hat; kann durch eine Linie oder Kurve dargestellt werden, also eine Funktion.

Still: Wäre dann der bestimmte Verlauf der vorerwähnten Funktion / Kurve.

Inmitten der Welt: Ein Element der Menge Orte.

Sein Herz: Ein Element der Menge Der Weise.

Ein offener Raum: Ein Zustand des Elements Sein Herz.

Wie gehe ich jetzt weiter voran? Ich kann es rein optisch oder auch inhaltlich tun, denn mir fällt auf, dass die Definition „Lebt“ die längste Beschreibung hat. Das könnte ein Aufhänger sein.




 















Ich habe das Thema in einem kartesischen Diagramm dargestellt.
Der Weise ist die Kurve (in diesem Fall eine Gerade) mit der Funktionsvorschrift:

f(x) = x1 + (y2 – y1) + x

Zu jedem Zeitpunkt x ergibt sich ein von Zeitpunkt x abhängiger Zustand y. y ist also immer verschieden, also „lebt“ da etwas / der Weise.

Wie der Weise lebt ergibt sich aus f(x). In diesem Fall still. f(x) könnte aber auch sein:
f(x) = xⁱ

„In mitten der Welt“ ist das Diagramm an sich. In so einem Diagramm lassen sich ganz viele unterschiedliche Kurven (Weise / Menschen) beschreiben.

Jetzt bin ich bei „Sein Herz“ und „ein offener Raum“.
Für mich ist das eine Schlussfolgerung. „Sein Herz“ ist ein Teil / Element von „Der Weise“ also ein Element aus f(x). Der offene Raum ist die Veränderung des Diagramms. In meinem Beispiel ist es zweidimensional; es spricht nichts dagegen, dass es auch drei- oder n-Dimensional sein könnte. Ein Teil / Element der Kurve kann sich beliebig irgendwo befinden, prinzipiell also überall.

Hat sich mir Spiritualität jetzt erschlossen?
Vom Zeitpunkt x1 (Beginn des Artikels) aus hat sich bis x2 etwas verändert: Artikel ist fertig, es gab also eine Zustandsveränderung. Die Verfertigung des Artikels geschah in aller Stille; sie hätte allerdings auch bei Baulärm stattfinden können. Ich schrieb am Schreibtisch und hätte es auch am Strand tun können; ich wählte ein kartesisches Diagramm und hätte auch ein anderes wählen können. Selber sehe ich mich als irgendeine Kurve (irgendein Element der Menge Menschen und gewiss nicht als das Element „Der Weise“).

Ich habe den Eindruck, dass mir die Transformation nicht wirklich geglückt ist, bin froh, das Experiment durchgeführt zu haben und freue mich über jede Art von Anmerkungen dazu.


[1] Ein Zitat von Lao-Tzu
Ich habe nicht überprüft, ob das tatsächlich ein Zitat von Lao-Tzu ist. Mir geht es nur darum anzumerken, dass es nicht von mir ist.