Freitag, 27. Februar 2015

Warum Podcasts toll sind

Podcast, das ist Internetradio, also Radio, das über das Internet empfangen wird. Die Angebote der öffentlich-rechtlichen Radiosender sind sicherlich bekannt. Angefangen haben viele (und einige sind auch dabei stehen geblieben) mit dem zur Verfügung stellen bereits eh gesendeter Beiträge – bereinigt von Gema-relevanten Anteilen – andere produzieren dieses Sendeformat extra.

Darüber hinaus gibt es die privaten Podcasts, von Menschen, die das neben her aus Spaß an der Freud tun. Entsprechende Audio-Technik ist für sehr viele erschwinglich geworden, so dass diese Sendungen auch technisch in sehr guter Qualität hergestellt werden. Das Angebot dieser privaten Podcasts ist mittlerweile riesig geworden; für jeden Geschmack lässt sich da etwas finden. Nicht allein die Quantität ist groß; sehr viel bemerkenswerter ist die inhaltliche Qualität. Viele dieser Podcasts stellen die der professionellen Produzenten in den Schatten.

Ein wesentlicher Aspekt privater Podcasts stellt für mich die zeitliche Freiheit dar. Jeder Teilnehmer äußert sich mit seinen Aspekten und Argumenten bis alles gesagt ist. Soll eine Gegenrede einer anderen Teilnehmerin erfolgen, gibt es auch hier kein Zeitlimit. Themen können und werden ausführlich behandelt. Das schätze ich ungemein.

Neben Erkenntnis- und Wissensgewinn sind Podcasts für mich ein wichtiger, nicht unwesentlicher Ausgleich zu meinem Joballtag. Ich höre über Kopfhörer, die Außenwelt Außenwelt sein lassend. Ich höre Gesprächen von intelligenten, witzigen und denkenden Menschen zu. Meine Lust, das in aller Konzentriertheit zu tun, ist unbeschreiblich. Und so würde ich auch gerne arbeiten. Das hätte den charmanten Vorteil, Dinge sinnvoll und richtig erledigen zu können, mich nicht in lauter Unkonzentriertheit zu verhaspeln.

Und das genaue Gegenteil ist mein Arbeitsalttag.

Nichts in Ruhe erledigen zu können, ständig bei allem unterbrochen zu werden durch Telefon und seitliches Angequatsche. Fragen von Leuten beantworten zu müssen, die mit ihrer Frage keinen Zweifel daran lassen, sich mit dem Problem nicht einmal im Ansatz gedanklich befasst zu haben und das acht bis neun Stunden. In mir entstehen dabei Gefühle wie Trauer, Wut, Ärger und Fassungslosigkeit in jeweils unterschiedlichster Ausprägung. Ich habe angefangen, diesen Gefühlscocktail unter getwärft zusammen zufassen. Im anliegenden Büro wird gekreischt. Das erzeugt körperlichen Schmerz in mir. Ginge ich dorthin, um mich zu beschweren, hörte ich sicherlich bloß: Wir lachen doch nur.


Entsprechend innerlich zerfranst und aufgewühlt erreiche ich zum Abend hin mein Zuhause, wo ich mich von meinen Podcasts wieder zusammen schustern lasse. Für alle Podcaster empfinde ich eine tiefe Dankbarkeit.

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